Renaissance – Blütezeit der Stadt Torgau

Torgau war im 16. Jahrhundert die bevorzugte Residenz der sächsischen Kurfürsten und besaß den Charakter einer kursächsischen Landeshauptstadt. Mit 6.000 Einwohnern gehörte die Stadt vor rund 500 Jahren zu den „Großstädten“. Auf dem Marktplatz weisen die prächtigen Patrizierhäuser und das große Renaissance-Rathaus auf die einstige Stärke und den Reichtum des Bürgertums hin. Das Rathaus wurde in nur zwei Jahren mit Festsaal, Ratssaal, Kämmerei, Gerichtsstube, Archiv, Schreibstube, Vorratsräumen und Verkaufsständen errichtet. Den prunkvollen Erker am später entstandenen Trinkstubenbau lohnt es genauer zu betrachten. An der Kreuzung wichtiger Fernhandelsstraßen gelegen, spielten neben der Residenzfunktion, Handel und Wirtschaft eine bedeutende Rolle für die Stadt an der Elbe. Nicht nur das Schloss und die Kirchen sind bedeutende Bauten jener Zeit, auch die Renaissance-Bürgerhäuser sind in ihrer Vielzahl, Erhaltung und Geschlossenheit außergewöhnlich. Der Torgauer Museumspfad ermöglicht es sogar, ausgewählte, aufwendig restaurierte Gebäude von innen zu besichtigen. Torgau ist heute eine der schönsten Renaissancestädte Deutschlands. Mit etwas Fantasie, beim Bummel durch die historische Altstadt oder bei einer besonderen Stadtführung wird ein Besuch in Torgau zu einer Zeitreise ins frühe 16. Jahrhundert.